Musikprojekt

Schwerhörige und Gehörlose können keine Musik machen!

Diese Meinung war vor 20 Jahren noch die Regel und so mag es niemanden großartig verwundern, daß der Schritt den Musikuntericht an der SHR abzuschaffen für wenig Wirbel sorgte. Es kam ja statt dessen eine zusätzliche Deutschstunde in den Stundenplan.

Doch wir fahren heute auch nicht mehr mit dem Eselskarren auf den Markt zum Einkaufen, sondern wir benutzen Auto, Bus und Bahn. Nicht alles was einmal als allgemeine Lehrmeinung galt muss auch heute noch so zutreffen.

Heute sind sich viele namhafte Pädagogen, welche sich mit schwerhörigen und gehörlosen Menschen beschäftigen, darüber einig, dass Musik diese Personengruppe, zu welcher unsere Kinder gehören, von Musik beflügelt und positiv beinflusst werden kann. Vor allem Musik, welche sie selbst machen. Da Musik eigentlich im Lehrplan bayrischer Realschulen fest verankert ist, und grundsätzlich unterichtet werden muß, wissen wir alle wie schwierig es ist eingefahrene Pfade zu verlassen. Noch komplizierter wird es, wenn hierfür Geld von staatlicher Seite gebraucht wird. Doch unsere Kinder sollen jetzt gefördert werden und nicht erst nach langwierigen Verhandlungen mit den zuständigen Behörden.

Und so hat der Elternbeirat im Schuljahr 2012/13 beschlossen, auf Wunsch vieler Eltern dieses Projekt ins Leben zu rufen und finanziell zu fördern.

Der erste Schritt war getan und so freute sich die Klasse 5b mit ihrer Klassenleiterin Frau Marcus für die Cajongruppe ausgewählt worden zu sein. (Das Cajon ist eine aus Südamerika stammende Trommel auf welcher der Spieler darauf sitzend spielt.) 

Doch die Kinder sollten nicht nur ein Instrument erlernen, sondern dies mit allen Sinnen kennenlernen. Durch den  tollen Einsatz von Frau Marcus, der Werklehrerin Frau Süß und dem Vater einer Schülerin der SHR,  begannen zwei Aktionstage in deren Verlauf die Kinder ihre Cajons mit viel Eifer und Freude bauen konnten. Es war eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten, wie "der Funke Übersprang"

Glücklicherweise konnten wir im Vorfeld die Musikschule Conza aus dem mittelfränkischen Spalt und ihren Inhaber für unser Projekt gewinnen. Durch seine großzügige Unterstützung, uns die Bausätze zum Selbstkostenpreis zu überlassen wurde der Einstieg in das Musikprojekt für eine ganze Klasse erst möglich. Doch darüberhinaus stellte Herr Conza, gebürtige Peruaner, sich noch zur Verfügung einen Einführungskurs in die "Kunst des Trommelns" zu geben. Zu bemerken ist hier noch besonders, das Herr Conza kein Kind an der SHR hat. Dieses Beispiel zeigt, das die Unterstützung  an unseren Kindern häufig völlig frei eines persönlichen Nutzens der beteiligten Helfer erbracht wird.

Und so möchte ich an dieser Stelle dazu aufrufen, uns zu unterstützen, sowohl finanziell als auch durch persönlichen Einsatz.

Dieses Projekt soll wachsen und vielen Kindern an unserer Schule Freude und ganz neue Erfahrungen bringen und vielleicht einen neuen Weg der Kommunikation aufzeigen.

Denn die Sprache der Musik ist frei von Grenzen der Sprache,  Herkunft, oder des Alters.

M.J.